Schnelle Antwort
Die Radtour von Prag nach Wien dauert 7–10 Tage und umfasst etwa 370 km. Die Route führt von Prag entlang der Flüsse Vltava und Elbe abwärts, bevor sie auf den berühmten Donauradweg (EuroVelo 6) trifft und flussabwärts nach Wien weiterführt. Das Terrain ist überwiegend flach, sobald man Böhmen verlässt, wodurch die Tour für die meisten sportlichen Erwachsenen ohne spezielle Ausbildung zugänglich ist.
Für wen ist diese Tour geeignet
Diese Route eignet sich für Radfahrer, die ein Point-to-Point-Abenteuer suchen, das kulturelle Highlights – Prag, Český Krumlov, Linz oder Passau, das Weinbaugebiet Wachau, Wien – mit entspanntem Flussradeln verbindet. Ideal ist sie für Radfahrer, die komfortabel 40–60 km pro Tag auf markierten Wegen zurücklegen können. Familien mit älteren Kindern (12+) bewältigen die Strecke gut mit E-Bikes; jüngere Kinder sind besser mit kürzeren familienfreundlichen Runden aufgehoben.
Die Route im Detail
Prag bis österreichische Grenze (ca. 180–220 km, 3–4 Tage)
Die Reise beginnt in der tschechischen Hauptstadt und führt südlich durch das Vltava-Tal. Der erste Abschnitt bis Český Krumlov (rund 180 km) beinhaltet die meisten Höhenmeter der gesamten Tour – die Landschaft Böhmens ist eher wellig als flach, mit langen, sanften Anstiegen zwischen den Flussabschnitten. An den hügeligeren Tagen sind 300–500 m Gesamthöhenmeter zu erwarten.
Český Krumlov selbst ist eines der Highlights der Route: eine von der UNESCO gelistete Barockstadt, eingebettet in eine Flussschleife der Vltava, mit einem Schloss, ausgezeichneten Cafés und einer entspannten Atmosphäre, die einen zusätzlichen halben Tag lohnt. Von hier aus führt die Strecke südwärts nach Österreich durch das Mühlviertel in Richtung Linz oder wechselt alternativ kurz nach Deutschland via Passau – die eindrucksvolle Stadt am Zusammenfluss von drei Flüssen.
Linz / Passau nach Wien (ca. 150–170 km, 3–4 Tage)
Sobald man die Donau erreicht, ändert sich der Charakter der Fahrt komplett: Die Strecke ist nahezu eben, mit speziell angelegten asphaltierten Radwegen auf beiden Ufern und einer Reihe charmanten Orte alle 20–30 km. Dies ist der EuroVelo 6, eine der beliebtesten Fernradwege Europas, was sich in der Infrastruktur widerspiegelt – Fährverbindungen, Biergärten am Flussufer und radfahrerfreundliche Gasthäuser an jeder Haltestelle.
Highlights sind die Flussstadt Grein, das spektakuläre Stift Melk, das vom Wasser aus sichtbar ist, Dürnstein mit seiner Burgruine und dem blauen Kirchturm sowie das Weinbaugebiet Wachau zwischen Krems und Melk – eine von der UNESCO geschützte Kulturlandschaft mit terrassierten Weinbergen und Marillengärten. Der letzte Abschnitt nach Wien folgt dem Donauinsel-Radweg direkt ins Stadtzentrum, ohne eine größere Straße zu kreuzen.
Wichtige Fakten
- Gesamtdistanz: 340–380 km je nach gewählter Variante
- Typische Dauer: 7–10 Tage Radfahren
- Tägliche Distanz: 40–65 km
- Höhenprofil: Hügelig in Böhmen (Tage 1–3), flach an der Donau (Tage 4–10)
- Untergrund: Mix aus Schotterwegen und Asphalt in Tschechien; Donauabschnitt nahezu vollständig asphaltiert
- Beschilderung: EuroVelo 6 an der Donau sehr gut ausgeschildert; tschechische Abschnitte profitieren von GPS-Tracks
- Rückfahrt mit dem Rad: Wien–Prag mit Zug ca. 4 Stunden (Westbahn + RegioJet)
Beste Reisezeit
Beste Monate: Mai, Juni und September
Mai und Juni bieten lange Tage, milde Temperaturen (18–25 °C) und die berühmte Wachauer Marillenblüte. Im September beginnt die Erntezeit in den Weinorten, das Licht am Nachmittag ist golden, und auf dem Donauradweg ist deutlich weniger Betrieb. Juli und August sind zwar gut befahrbar, aber sehr beliebt – der Abschnitt zwischen Melk und Wien ist an Wochenenden belebt, und Unterkünfte sind schnell ausgebucht.
Vermeiden Sie Anfang April (kalte Nächte, unbeständiger Regen) und ab Ende Oktober, wenn die Tage stark kürzer werden und viele Gasthäuser am Flussufer saisonbedingt schließen.
Praktische Tipps
Anreise und Rückreise
Am einfachsten ist die Anreise über den Flughafen Prag (PRG) und Abreise ab Wien International (VIE) – beide Flughäfen sind gut in Europa und Nordamerika angebunden. Der Nachtzug Prag–Wien ist eine nützliche Alternative für jene, die Flugreisen vermeiden möchten. Die meisten Regionalzüge in Tschechien und Österreich erlauben Fahrräder mit reserviertem Radplatz; Klappräder fahren kostenlos mit.
Unterkunft
Die Route ist gut durch radfahrerfreundliche Gasthäuser erschlossen. In der Wachau sind saisonabhängig 70–110 EUR pro Person und Nacht zu rechnen; in den tschechischen Abschnitten ist es günstiger mit 40–70 EUR. Für Reisen im Juli und August empfiehlt sich eine Buchung mindestens 3–4 Wochen im Voraus, insbesondere in Český Krumlov und der Wachau.
Navigation
Laden Sie vorab eine Komoot- oder Mapy.cz-GPX-Datei herunter. Das Mobilfunksignal ist zuverlässig, aber die Akkulaufzeit ist bei vollen Radfahr-Tagen der limitierende Faktor – ein Dynamo-Ladegerät oder eine große Powerbank sind empfehlenswert.
Gepäck und tägliche Organisation
Das Fahren mit schwerem Gepäck ist im flachen Donaubereich machbar, aber auf den welligen tschechischen Abschnitten deutlich anstrengender. Gepäcktransfer – das tägliche Überführen der Taschen zwischen den Unterkünften während der Fahrt – verwandelt das Erlebnis: Sie kommen erfrischt an, tragen nur einen kleinen Tagesrucksack und können die hügeligen Etappen ohne Zusatzbelastung bewältigen.
Empfohlene Touren
Wir bieten sowohl eine voll geführte als auch eine individuell geführte Version dieser Route an, mit vorgebuchten Unterkünften, täglichem Gepäcktransfer, detaillierten Routennotizen und 24/7-Support. Stöbern Sie in unseren Prag–Wien-Touren für aktuelle Termine und Preise.